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100 Jahre Völkl: Eine Zeitreise durch die Skigeschichte

Vom Vöstra zum Racetiger und Mantra: Die Geschichte von Völkl beginnt 1923 in Straubing. Wir schauen auf die prägenden Ski, den Weg in den Rennsport und die Entwicklung seit dem Jubiläum 2023.
Das Wichtigste in Kürze
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Völkl feierte 2023 sein 100-jähriges Bestehen als Skihersteller. Der Bezugspunkt ist der Produktionsbeginn 1923 in Straubing.
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1967 prägte das Zebra-Design den Auftritt der Marke; 1973 begann die Geschichte des Renntigers, heute Racetiger.
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Mit der V-Ski-Kollektion 1998 und dem Mantra 2005 erweiterte Völkl seine Geschichte über den klassischen Rennsport hinaus.
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Vergleiche bei heutigen Ski immer die vollständige Modellbezeichnung und Generation: Ein M6 Mantra und ein M7 Mantra haben unterschiedliche Konstruktionen.
100 Jahre Völkl: Warum die Zeitreise 1923 beginnt
Ein gestreifter Ski, ein gelber Renntiger, ein Mantra: An manchen Modellen lässt sich eine ganze Markengeschichte ablesen. Bei Völkl führt sie nach Straubing in Niederbayern. Dort begann 1923 die Skiherstellung unter dem Namen Vöstra. Hundert Jahre später, 2023, feierte Völkl das Jubiläum. Dieser Rückblick erzählt seine Vorgeschichte und führt bis zu heutigen Modellen weiter.
Die Familie arbeitete schon vorher mit Holz. Georg Völkl baute als Stellmacher Pferdewagen; sein Sohn Franz erweiterte das Geschäft um Boote und Schlitten. Der Schritt zum Ski entstand aus diesem Handwerk. Das Jubiläumsjahr bezieht sich auf die Skiherstellung, nicht auf den Beginn sämtlicher Tätigkeiten der Familie.
1952 übernahm Franz Völkl junior die Leitung in dritter Generation und modernisierte den Betrieb. Die späteren Entwicklungen lassen sich an zwei unterschiedlichen Veränderungen verfolgen: am Aufbau der Ski und an ihrem Erscheinungsbild. Gerade das Zebra zeigt, wie wirksam auch die Gestaltung sein konnte.
Zebra, Renntiger und P-Serie prägen die frühen Jahrzehnte
Zebra-Ski: Das Design von 1967 bleibt im Gedächtnis
Schwarz-weiße Streifen statt einer unauffälligen Oberfläche: Mit dem Zebra-Ski setzte Völkl 1967 ein deutliches Zeichen. Der Hersteller beschreibt in seiner Jubiläumschronik, wie unterschiedlich das Muster aufgenommen wurde. Während die Branche zunächst spottete, fand es beim Publikum Anklang.
Das historische Bild macht den Unterschied sichtbar. Der Ski war bereits von Weitem zu erkennen. Für die Einordnung zählt aber auch die Grenze dieser Geschichte: Ein markantes Dekor sagt noch nichts über den Einsatzzweck eines heutigen Skis aus. Aus dem Zebra-Motiv allein lässt sich keine Konstruktion ableiten.

Renntiger und Racetiger: Ein Name seit 1973
1973 folgte der Renntiger. Völkl beschreibt den frühen Ski als Ganzmetall-Ski und nennt den späteren Einsatz von Carbonfasern als weiteren Entwicklungsschritt. Heute führt die Marke die Linie als Racetiger fort. 2005 griff Völkl den Renntiger mit einer gelben Neuauflage wieder auf. Der Name verbindet mehrere Generationen.
Parallel gewann der Rennsport an Bedeutung. 1974 holte Hanni Wenzel in St. Moritz einen Weltmeistertitel auf Völkl. Später prägten unter anderem Martina Ertl und Katja Seizinger die Renngeschichte der Marke. Solche Erfolge erklären die enge Verbindung zum Wettkampf. Sie sind allerdings keine Kaufempfehlung für jedes Modell mit demselben Markennamen.
Auch innerhalb der heutigen Racetiger-Familie unterscheiden sich die Aufgaben. Völkl ordnet den GS langen, schnellen Schwüngen zu, den SL kurzen Schwüngen. Die Buchstaben gehören deshalb zur Modellbezeichnung dazu. Wer nur nach „Racetiger“ sucht, vergleicht noch keine eindeutig bestimmten Ski.

Die P-Serie: Rennsport als eigene Modellgeschichte
Mit der P-Serie erhielt Völkls Rennsportausrichtung ein weiteres bekanntes Gesicht. Die Jubiläumschronik verortet sie 1985. Der P9 gehört zu den bekannten Namen dieser Ära.
Diese Bezeichnungen sind heute vor allem historisch interessant. Ein alter P-Ski lässt sich nicht allein über seine Nummer mit einem aktuellen Racetiger gleichsetzen. Dafür müssten Generation, Bauweise und Geometrie bekannt sein. Die Geometrie beschreibt die Form und Abmessungen des Skis. Ein ähnlicher Name oder dieselbe Farbe ersetzt diesen Vergleich nicht.
Carving, V-Ski und Mantra erweitern die Geschichte
Snow Ranger: Die Taillierung rückt in den Mittelpunkt
1994 präsentierte Völkl auf der ISPO den stark taillierten Snow Ranger. Taillierung bedeutet, dass der Ski unter der Bindung schmaler ist als an Schaufel und Ende. Diese Form gehört zum Carving, dem Fahren geschnittener Schwünge auf der Kante.
Der Snow Ranger steht damit für einen anderen Entwicklungsschritt als das Zebra-Design. Hier veränderte die Form des Skis die Möglichkeiten beim Fahren. Völkl gehörte zu den frühen Anbietern dieses Trends. Daraus lässt sich jedoch kein alleiniger Erfinderanspruch für die gesamte Carving-Entwicklung ableiten.
V-Ski: Der Schritt in die Freeski-Welt
1998 stellte Völkl die V-Ski-Kollektion vor. Die Reihe öffnete ein weiteres Kapitel neben dem alpinen Rennsport: Freeski mit Sprüngen und kreativen Fahrformen.
Das historische Foto zeigt diesen Wechsel deutlich. Der Ski erscheint im Sprung, nicht zwischen Slalomstangen. Spätere Erfolge des Völkl-Freeski-Teams gehören zu dieser Entwicklung. Die damalige V-Ski-Kollektion sollte dabei nicht mit heutigen Modellen namens V.Werks gleichgesetzt werden; ähnlich klingende Namen bezeichnen keine identische Reihe.

Mantra: Seit 2005 ein eigener Schwerpunkt
2005 kam der Mantra hinzu. Er steht für Allmountain-Ski, also Modelle für unterschiedliche Schneearten und den Wechsel zwischen präparierter Piste und Gelände. Auch diese Reihe blieb nicht unverändert.
Der M6 Mantra ist deshalb als eigene Generation einzuordnen. Inzwischen führt Völkl unter anderem den M7 Mantra. Welche Merkmale hinter dem Generationswechsel stehen, lässt sich genauer beschreiben als mit dem pauschalen Versprechen „vielseitig“.
Vom neuen Werk zu längenabhängigen Konstruktionen
Am 6. November 1997 erfolgte der erste Spatenstich für das neue Werk in Straubing-Sand. Völkls damalige Pressemitteilung plante Produktion, Verwaltung und Entwicklung am gemeinsamen Standort. 1999 zog Völkl in die neue Anlage ein, wie die Herstellerchronik zum Jubiläum festhält. Die heutige Herstellerseite zur Werksführung beschreibt weiterhin die Skifertigung in Straubing.
Das ist der konkrete Kern der Standortgeschichte. Eine pauschale Rangfolge wie „eines der fortschrittlichsten Werke der Welt“ lässt sich daraus nicht ableiten. Anschaulicher wird die technische Entwicklung an einem benannten Modell und seinem dokumentierten Aufbau.

Beim M7 Mantra nennt Völkl Tailored Carbon Tips, gezielt platzierte Carbonfasern im vorderen Skibereich, sowie einen Tailored Titanal Frame, dessen Metallrahmen an die jeweilige Skilänge angepasst wird. Das sind Herstellerangaben zur Konstruktion. Sie erklären den Aufbau, ersetzen aber keinen eigenen Fahreindruck.
M6 und M7 Mantra: Ein dokumentierter Unterschied
| Merkmal | M6 Mantra | M7 Mantra |
|---|---|---|
Taillierungskonzept laut Völkl | 3D Radius Sidecut | 4 Radius Drive |
Prinzip | Drei Radiusbereiche entlang des Skis | Vier Radiusbereiche entlang des Skis |
Bedeutung beim Vergleichen | Daten dieser Generation heranziehen | Daten der konkreten M7-Länge heranziehen |
Ein Radius beschreibt einen Abschnitt der seitlichen Skiform. Er legt deinen Schwung auf Schnee nicht fest. Vergleiche die Angaben deshalb für die jeweils passende Länge.
Marker und Dalbello ergänzen den Ski
Zur Völkl-Geschichte gehört auch das Zusammenspiel mit Marker und Dalbello. Die Aufgaben sind unterschiedlich: Völkl steht für Ski, Marker für Bindungen und Dalbello für Skischuhe. Heute führt Elevate Outdoor Collective alle drei in seiner Markenübersicht.
Bei aktuellen Racetiger-Modellen beschreibt Völkl die gemeinsame Entwicklung einer V-Motion-Platte mit Marker. Eine solche Platte bildet die Verbindung zwischen Ski und Bindung. Damit setzt sich die Zusammenarbeit an einer konkreten Schnittstelle fort.
Die gemeinsame Unternehmensgruppe macht dennoch nicht jede Kombination automatisch passend. Auch der Lieferumfang unterscheidet sich: Völkl weist den M7 Mantra auf seiner Produktseite ohne mitgelieferte Bindung aus. Diese Unterscheidung gehört beim Modellvergleich dazu.
Was die Völkl-Geschichte für die heutige Auswahl bedeutet
Eine lange Modellgeschichte hilft beim Einordnen. Sie nimmt dir die Auswahl nicht ab. Besonders beim Wiedererkennen eines früher gefahrenen Skis lohnt sich der Blick auf die vollständige Bezeichnung: Hinter einem vertrauten Namen kann eine andere Generation stehen.
So nutzt du die Modellgeschichte
- 1
Wenn du einen Racetiger vergleichen möchtest
dann beziehe den Zusatz wie GS oder SL und die konkrete Länge ein.
- 2
Wenn du vom M6 Mantra auf ein neueres Modell schaust
dann vergleiche dessen Konstruktion, statt Fahreindrücke unverändert zu übertragen.
- 3
Wenn dich ein historischer V-Ski interessiert
dann behandle ihn als eigene Modellreihe und setze ihn nicht mit V.Werks gleich.
Passt zu dir, wenn …
Alle, die historische Namen und heutige Modelle auseinanderhalten möchten
Eher nicht, wenn …
Eine Kaufentscheidung allein nach Rennerfolgen oder bekanntem Dekor
Für ergänzende Ausrüstung findest du bei uns Völkl-Skistöcke sowie Taschen und Rucksäcke von Völkl. Ein konkretes Beispiel ist der Völkl Race Boot Pack. Die Shopseiten zeigen die jeweils angebotenen Ausführungen.
Völkl-Ausrüstung bei SportFits
Die Markenübersicht führt zu den derzeit angebotenen Artikeln und ihren jeweiligen Produktdetails.
Völkl-Sortiment ansehen ↗Häufige Fragen
Wann wurde Völkl gegründet?
1923 ist das Bezugsjahr für Völkl als Skihersteller. Damals begann in Straubing die Produktion unter dem Namen Vöstra. Die handwerkliche Vorgeschichte der Familie reicht weiter zurück.
Wann feierte Völkl 100-jähriges Jubiläum?
2023 feierte Völkl 100 Jahre Skiherstellung seit 1923. Das Jubiläum ist ein historischer Anlass; es bezieht sich nicht auf die jeweils aktuelle Wintersaison.
Was bedeutet Vöstra?
Vöstra verbindet die Namen Völkl und Straubing. 1967 wurde die Marke in Völkl umbenannt, im selben Jahr erschien das bekannte Zebra-Design.
Seit wann gibt es den Völkl Racetiger?
Die Linie geht auf den Renntiger von 1973 zurück. Heutige Racetiger gehören zu späteren Generationen und unterscheiden sich je nach Modellzusatz und Konstruktion.
Was unterscheidet M6 Mantra und M7 Mantra?
Ein dokumentierter Unterschied ist das Taillierungskonzept: Völkl nennt beim M6 den 3D Radius Sidecut und beim M7 den 4 Radius Drive. Für den vollständigen Vergleich zählen die Produktdaten der jeweiligen Länge.
Quellen
- Völkl: Jubiläumschronik im Herstellerkatalog 2023/24, Seite 2 der PDF, Elevate Outdoor Collective Japan ↗
- Völkl / Schwäbischer Skiverband: 100 Jahre Völkl, 14. Dezember 2023 ↗
- Völkl: Racetiger, Modellgeschichte und aktuelle Ausrichtung ↗
- Völkl: Herstellerchronik zum Jubiläum 2023, veröffentlicht im Seilbahnen-Sampler, Seite 29 ↗
- Völkl: Original-Pressemitteilung zum Werksneubau, 7. November 1997, OTS ↗
- Völkl: Werksführung und Skifertigung in Straubing ↗
- Völkl: M7 Mantra, Konstruktion, Generationsvergleich und Bindungshinweis ↗
- Elevate Outdoor Collective: Markenübersicht mit Völkl, Marker und Dalbello ↗
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