Training & Gesundheit
Laufstart im Frühling? So findest du deinen Rhythmus nach der Winterpause

Nach der Winterpause wieder laufen: mit Geh-Lauf-Intervallen, einem anpassbaren Vier-Wochen-Plan und klaren Kriterien für Tempo, Erholung und passende Ausrüstung.
Das Wichtigste für deinen Laufstart
- 01
Plane zunächst zwei bis drei lockere Einheiten pro Woche mit mindestens einem lauffreien Tag dazwischen.
- 02
Beginne bei langer Pause mit kurzen Laufabschnitten und gehe zwischendurch, bevor du außer Atem gerätst.
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Wiederhole eine gut verträgliche Belastung, bevor du Laufzeit oder Tempo erhöhst.
- 04
Prüfe deine vorhandenen Schuhe auf Passform und Verschleiß, bevor du neue Ausrüstung kaufst.
Laufstart im Frühling: Beginne unter deinem alten Niveau
Die vertraute Runde ist noch dieselbe. Wie leicht sie sich laufen lässt, zeigt sich aber erst unterwegs. Für den Laufstart im Frühling nach der Winterpause empfehlen wir zunächst zwei feste Termine pro Woche. Halte mindestens einen lauffreien Tag dazwischen frei. Eine dritte Einheit passt, wenn die bisherigen Läufe locker bleiben und du dich dazwischen erholst.
Der Maßstab ist dein heutiger Zustand. Wer im Winter gewandert oder Rad gefahren ist, startet anders als jemand mit mehreren Monaten Bewegungspause. Trotzdem muss der erste Lauf weder die frühere Distanz noch das alte Tempo erreichen. Wähle eine kurze Runde, die du jederzeit gehend beenden kannst.
Als Orientierung fürs Tempo dient die Sprechprobe: Die US-Gesundheitsbehörde CDC ordnet Bewegung als moderat ein, wenn Sprechen noch möglich ist. Gelingen nur einzelne Wörter mit Atempausen, ist die Belastung bereits hoch. Für den lockeren Wiedereinstieg heißt das: langsamer werden oder gehen, sobald ein Gespräch schwerfällt. Eine bestimmte Pace, also Minuten pro Kilometer, brauchst du dafür nicht.
Ein Vier-Wochen-Plan mit Gehpausen statt Zeitdruck
Gehpausen gehören von Beginn an zur Einheit. Das Prinzip nutzt auch das NHS-Programm „Couch to 5K“: Es verbindet Laufen und Gehen, mit Erholungstagen zwischen den Läufen. Für den Aufbau bis zu 30 Minuten Dauerlauf sieht es neun Wochen oder länger vor. Vier Wochen sind deshalb keine allgemeine Frist, nach der du durchlaufen musst.
Die folgende Tabelle ist unser redaktionelles Einstiegsbeispiel, kein unverändert übernommener NHS-Plan. Sie richtet sich an beschwerdefreie Menschen, die zügiges Gehen bereits gut vertragen. Jede Zeile beschreibt eine ganze Einheit einschließlich Gehpausen. Dazu kommen jeweils fünf Minuten Gehen zum Aufwärmen und zum Abschluss.
| Woche | Wechsel im Hauptteil | Wiederholungen | Gesamtdauer mit Ein- und Ausgehen |
|---|---|---|---|
1 | 1 Minute locker joggen, 2 Minuten gehen | 6 | 28 Minuten |
2 | 1,5 Minuten locker joggen, 2 Minuten gehen | 6 | 31 Minuten |
3 | 2 Minuten locker joggen, 2 Minuten gehen | 6 | 34 Minuten |
4 | 3 Minuten locker joggen, 2 Minuten gehen | 5 | 35 Minuten |
Die nächste Zeile ist ein Angebot. Bleibe bei der bisherigen Woche, wenn das Tempo schwerfällt oder du dich bis zum nächsten Termin nicht ausreichend erholt fühlst. Verkürze bei Bedarf einzelne Laufabschnitte. Wenn bereits zügiges Gehen anstrengend ist, beginne mit Spaziergängen, bevor du Joggen ergänzt.
Erhöhe nicht gleichzeitig Tempo, Laufdauer und Anzahl der Einheiten. Für dieses Beispiel bleibt das Tempo locker; nur die Laufabschnitte werden länger. Notiere nach jeder Runde kurz Dauer, Anstrengung und Beschwerden. So erkennst du eher, ob eine Steigerung wirklich zu dir passt. Eine ausgefallene Einheit wird nicht nachgeholt, indem du zwei Läufe auf aufeinanderfolgende Tage legst.
Aufwärmen und Krafttraining ergänzen die Laufroutine
Gehe vor dem ersten Laufabschnitt fünf Minuten und finde dabei in einen zügigeren Schritt. Das gehört zur Trainingszeit. Der NHS verwendet diesen Einstieg ebenfalls in seinem Laufplan und beendet die Einheiten mit fünf Minuten Gehen. Ein Sprint direkt vor der Haustür passt nicht dazu.
Ergänzend lohnt sich eine kleine Kraftroutine. Der NHS empfiehlt für seine einfachen Kräftigungsübungen mindestens zwei Termine pro Woche und einen langsamen Aufbau. Für den Anfang kannst du diese Übungen nutzen; sie ersetzen keine individuelle Behandlung bei Beschwerden.
Vom Stuhl aufstehen.
Stelle einen stabilen, nicht rollenden Stuhl rutschfest auf. Stehe langsam auf und setze dich kontrolliert wieder hin. Beginne mit fünf Wiederholungen.
Kleine Kniebeugen ausführen.
Halte dich an einer stabilen Stuhllehne fest und beuge die Knie nur so weit, wie es angenehm bleibt. Fünf ruhige Wiederholungen reichen zunächst.
Die Fersen anheben.
Nutze die Lehne als Halt, hebe beide Fersen langsam und senke sie kontrolliert ab. Starte auch hier mit fünf Wiederholungen.
Das ist eine kleine Ergänzung, kein erschöpfendes Beintraining. Bei Schmerzen hörst du auf. Steigere die Wiederholungen erst, wenn die Bewegungen sicher und angenehm gelingen. Wer bereits Rumpfübungen wie Seitstütz kennt, kann seine vertraute Routine beibehalten, ohne sie gleichzeitig mit dem Laufumfang auszubauen. Beweglichkeitsübungen nach dem Ausgehen bleiben sanft; ziehe nicht in schmerzende Bereiche hinein.
Wähle im Frühling eine übersichtliche Runde
Für die ersten Einheiten ist eine flache, bekannte Strecke praktisch. Du kannst dein Tempo leichter vergleichen und Gehpausen einbauen, ohne erst einen langen Anstieg bewältigen zu müssen. Plane eine kurze Schleife nahe zu Hause. Das macht Abkürzen einfach.

Wurzeln, matschige Kurven oder verbliebene glatte Stellen verlangen zusätzliche Aufmerksamkeit. Wähle an solchen Tagen den besser begehbaren Weg, auch wenn er weniger abwechslungsreich ist. Die erste Runde muss kein Trailabenteuer werden. Bei wenig Licht helfen beleuchtete Wege und reflektierende Kleidung, wie sie auch der NHS empfiehlt. Achte mit Kopfhörern darauf, deine Umgebung weiter wahrzunehmen.
Für die Motivation helfen feste Verabredungen, solange das gemeinsame Tempo zu deinem Einstieg passt. Vereinbare Gehpausen vorher. Eine passende Laufbegleitung akzeptiert, dass heute nach einer kurzen Schleife Schluss sein kann.
Bei Laufschuhen entscheidet die Passform
Ein Frühjahrsstart verlangt nicht automatisch ein neues Paar. Prüfe zunächst deine vorhandenen Schuhe: Gibt es stark abgelaufene Sohlenbereiche, beschädigtes Obermaterial oder störende Druckstellen? Bei Unsicherheit lohnt eine fachliche Beratung. Aus dem Kalender lässt sich kein verlässlicher Wechseltermin ableiten.
Die alte Faustregel „eine halbe bis ganze Nummer größer“ ist für den Kauf zu grob. Entscheidend sind Länge und Breite am Fuß. Die orthopädische Fachgesellschaft AAOS nennt ungefähr 1,3 Zentimeter Freiraum vor dem längsten Zeh als Orientierung. Gleichzeitig sollen die Zehen beweglich bleiben und die Ferse sicher sitzen. Mehr Länge löst kein Breitenproblem.
Passform vor dem ersten Lauf prüfen
Die AAOS empfiehlt die Anprobe am Tagesende. Weitere Auswahlkriterien findest du im Laufschuh-Guide. Unsere Kategorie Fitness- und Laufschuhe enthält beide Einsatzbereiche. Achte beim Auswählen ausdrücklich auf Modelle fürs Laufen.
Kaufe Ausrüstung nach Bedarf für deine Runde
Für kurze Geh-Lauf-Einheiten brauchst du keine umfangreiche Technikausstattung. Ein einfacher Timer reicht, um die Abschnitte zu wechseln. Eine GPS-Uhr kann später beim Dokumentieren helfen; ihre Tempoanzeige darf beim Neustart aber auch einmal unbeachtet bleiben.
Bei Fitness- und Laufbekleidung zählen Bewegungsfreiheit und eine Zusammenstellung, die zur Witterung passt. Prüfe Nähte auf Scheuerstellen und ob du eine äußere Lage unterwegs öffnen oder ausziehen kannst. Ein Sport-BH sollte beim Laufen ausreichend Halt bieten, ohne unangenehm einzuschneiden. Probiere den Sitz auch in Bewegung aus.
Sportsocken und Laufsocken wählst du passend zum Schuh: ohne Falten und ohne störende Nähte. Socken allein garantieren keine blasenfreien Füße. Wenn etwas reibt, prüfe auch Schuhweite und Schnürung. Für wärmere Tage oder längere Runden empfiehlt der NHS, Wasser mitzunehmen. Ob eine Flasche genügt oder ein Trinksystem fürs Laufen sinnvoll ist, hängt auch davon ab, wie du es bequem tragen kannst.
So passt der Einstieg zu deinem Ausgangspunkt
- 1
Wenn du den Winter über wenig aktiv warst
starte mit Gehen und kurzen Laufabschnitten; wiederhole Wochen nach Bedarf.
- 2
Wenn du regelmäßig Ausdauersport betrieben hast
nutze zunächst trotzdem eine kurze, lockere Runde, um deine aktuelle Laufbelastbarkeit einzuschätzen.
- 3
Wenn ein Wettkampf bald ansteht
passe das Ziel an deinen aktuellen Stand an; dieser Einstiegsplan ist keine Wettkampfvorbereitung.
- 4
Wenn Schmerzen deinen Wiedereinstieg begleiten
pausiere das Lauftraining und kläre die Ursache, statt den Plan abzuarbeiten.
Passt zu dir, wenn …
Beschwerdefreien Wiedereinstieg nach einer Trainingspause
Eher nicht, wenn …
Rehabilitation oder einen festen Wettkampfaufbau
Für die nächste Woche genügt eine konkrete Entscheidung: Trage zwei passende Lauftermine und jeweils einen lauffreien Folgetag ein. Die erste Zeitmessung gilt deinen Geh- und Laufabschnitten, nicht deiner früheren Bestzeit.
Häufige Fragen
Wie fange ich nach der Winterpause wieder mit dem Laufen an?
Beginne mit kurzen, lockeren Laufabschnitten und geplanten Gehpausen. Zwei feste Termine pro Woche sind ein überschaubarer Einstieg. Bleibe unter deinem früheren Umfang und lass mindestens einen lauffreien Tag zwischen den Einheiten.
Wie langsam sollte ich beim Wiedereinstieg joggen?
So langsam, dass ein Gespräch möglich bleibt. Musst du nach wenigen Wörtern nach Luft schnappen, gehe oder reduziere das Tempo. Eine allgemeingültige Kilometerzeit gibt es für den Wiedereinstieg nicht.
Muss ich nach vier Wochen 30 Minuten durchlaufen können?
Nein. Wie schnell du wieder durchlaufen kannst, hängt von deinem Ausgangspunkt und deiner Erholung ab. Selbst das NHS-Einstiegsprogramm plant neun Wochen oder länger bis zu 30 Minuten Dauerlauf ein. Wiederhole eine Woche, wenn sie noch fordert.
Soll ich bei Schmerzen weiterlaufen oder eine Gehpause machen?
Beende den Lauf bei Schmerzen. Eine Gehpause ist ein Trainingsbaustein bei Anstrengung, kein Mittel, um Schmerzen zu übergehen. Anhaltende oder wiederkehrende Beschwerden gehören abgeklärt; starke Schmerzen oder deutliche Schwellungen zeitnah.
Brauche ich für den Laufstart neue Laufschuhe?
Nicht automatisch. Prüfe Passform, Schäden und Verschleiß deines vorhandenen Paars. Wenn du neue Schuhe auswählst, probiere beide mit deinen Laufsocken an. Wichtiger als eine pauschal größere Schuhnummer sind Freiraum für die Zehen und sicherer Halt.
Fehlt bei diesem Ausrüstungscheck etwas, wähle gezielt für deine geplanten Runden aus.
Passende Basics für deinen Laufstart
Schuhe, Bekleidung und Zubehör nach deinem Bedarf auswählen.
Running- und Fitnesssortiment ansehen ↗Quellen
- NHS: Couch to 5K – Grundprinzip, Erholungstage und individueller Zeitrahmen ↗
- NHS: Couch to 5K running plan – Aufwärmen, Ausgehen und Ausrüstung ↗
- CDC: How to Measure Physical Activity Intensity – Sprechprobe zur Belastungseinschätzung ↗
- NHS: Strength exercises – einfache Kräftigungsübungen und langsamer Aufbau ↗
- NHS: Knee pain and other running injuries – Laufpause bei Schmerzen und Abklärung ↗
- AAOS: Hinweise zur Passform und Anprobe von Sportschuhen, 10. März 2021 ↗
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