HöhenmeterÜbung
Die Suche
Unter dem Schnee liegt ein Mensch, du hast ein LVS-Gerät. Finde ihn: auf einem echten Hang bei Kühtai, mit Signalsuche, Grobsuche, Feinsuche und Sonde, so wie es in Lawinenkursen gelehrt wird.

Übung starten
Ein Verschütteter, zwei Verschüttete oder der Zeitlauf mit der Lage dieser Woche.
Ersetzt keinen Lawinenkurs. Lawinenkurse der Ortovox Safety Academy
So läuft die Suche
1
Alarmieren, umschalten
Ruhe bewahren, Überblick verschaffen, den Verschwindepunkt merken. Eine Person setzt den Notruf ab (112) und hält 25 m Abstand zu den Suchenden, alle anderen schalten ihr Gerät auf Suchen.
2
Signalsuche
Vom Verschwindepunkt bergab, zügig, mit Blick auf den Kegel. Ein Gerät mit 80 m Suchstreifenbreite wie das Focus Voice erfasst bis zu 40 m zu jeder Seite.
3
Grobsuche
Dem Pfeil folgen. Er führt im Bogen entlang der Feldlinie, nicht auf der Luftlinie. Steigen die Werte, umdrehen. Unter 10 m langsamer, ab 5 m das Gerät zum Schnee senken.
4
Feinsuche
Unter 3 m verschwindet der Pfeil. Gerät dicht über dem Schnee, nicht drehen, etwa 25 bis 30 cm pro Sekunde. Eine Achse bis zum kleinsten Wert, dann quer dazu. Die Stelle markieren.
5
Sondieren
Rechtwinklig zur Schneeoberfläche, in einer Spirale von innen nach außen, etwa alle 20 cm. Ein Körper fühlt sich weich und federnd an. Bei einem Treffer bleibt die Sonde stecken.
6
Schaufeln
Hangabwärts im 1,5-fachen Abstand der Tiefe beginnen, zu dritt im V, alle 60 Sekunden wechseln. Das Ausgraben dauert meist am längsten, oft 4 bis 5 Minuten.
Mehrere Verschüttete
Das Gerät führt zuerst zum nächsten Signal. Ist ein Verschütteter geortet und wird dort sondiert und gegraben, markierst du den Sender. Beim Focus Voice geht das unter 5 m Entfernung, danach zeigt das Gerät das nächste Signal.
Zeit zählt
Eine Auswertung der Lawinenunfälle in der Schweiz von 1981 bis 2020 zeigt: Von den Ganzverschütteten überleben 91 %, wenn sie in den ersten 10 Minuten geborgen werden. Zwischen 10 und 30 Minuten sind es 31 %. Die Kameradenrettung vor Ort ist deshalb entscheidend.
Rauch, Brugger, Falk u. a., JAMA Network Open 2024, Daten des SLF
Was Profis anders machen
- Sie prüfen vor jeder Tour die Geräte aller in der Gruppe.
- Sie verteilen zuerst die Rollen: Eine Person koordiniert, eine alarmiert, alle Geräte stehen auf Suchen oder sind aus.
- In der Signalsuche laufen sie schnell und schauen auf den Kegel, nicht nur aufs Display.
- Je näher sie kommen, desto langsamer werden sie, damit sie nicht am Verschütteten vorbeilaufen.
- Den perfekten Wert suchen sie nicht. Sie markieren den kleinsten Wert und sondieren, das ist schneller.
- Sie üben regelmäßig, auch Sondieren und Graben, nicht nur die Suche mit dem Gerät.
Ersetzt keinen Lawinenkurs
Die Übung zeigt den Ablauf. Wie sich das Gerät im echten Schnee anfühlt, wie tief eine Sonde geht und wie schwer Lawinenschnee ist, lernst du nur draußen, am besten in einem Kurs.
Lawinenkurse der Ortovox Safety AcademyGrundlagen im LAB SNOW
Ortovox erleben
Nach der Übung
- Ortovox erlebenAm Körper, am Rücken, im Kopf: alles von Ortovox auf einer Seite.Zur Übersicht
- Gerät, Sonde, SchaufelWas im Ernstfall dabei sein muss, Schritt für Schritt.Zur Ausrüstung
- Welches LVS-Gerät passt zu dir?Gerät allein oder ganzes Set: ein paar Fragen, dann weißt du, was zu dir passt.Zum Berater
- Die ersten 15 MinutenWas nach einem Lawinenabgang zu tun ist, Station für Station.Zum Beitrag
Fachliche Grundlage: Ortovox Safety Academy (LAB SNOW), Bedienungsanleitung Focus Voice, SLF und Deutscher Alpenverein. Gelände: Land Tirol – data.tirol.gv.at (CC BY 4.0). Ein Nordkar in den Stubaier Alpen bei Kühtai, die Lawine ist erfunden.