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Berge & Reisen

Weltcup-Auftakt in Sölden: Wer am Rettenbach gewinnen kann

Zwei Skifahrer auf der Gletscherpiste am Rettenbachferner in Sölden, darüber eine Gondelbahn
© Ötztal Tourismus, Aria Sadr-Salek

Am 24. und 25. Oktober startet der Ski-Weltcup am Rettenbachferner. Wer favorisiert ist, wer fehlt, wann die Läufe starten, wo sie im Fernsehen laufen und wie du hinkommst.

Das Wichtigste in Kürze

  1. 01

    Samstag, 24.10.: Riesenslalom der Damen, 1. Lauf um 10:00, 2. Lauf um 13:00. Sonntag, 25.10.: die Herren zur selben Zeit.

  2. 02

    Favoritin ist Titelverteidigerin Julia Scheib. Bei den Herren treffen Lucas Pinheiro Braathen und Marco Odermatt aufeinander.

  3. 03

    Live im Fernsehen: Das Erste ab 9:55, ORF 1 und SRF zwei ab 9:45.

  4. 04

    Shuttlebusse fahren an beiden Renntagen ab etwa 7:45 aus Sölden zum Ziel, Parken ist von Freitag bis Sonntag frei.

Ein kurzer Hang, der den Winter eröffnet

Lang ist der Riesenslalom am Rettenbachferner nicht. Laut Ötztal Tourismus überwindet er rund 370 Höhenmeter. Schwer macht ihn das Profil: Der Hang ist bis zu 68 Prozent steil, vor dem Ziel folgen drei Wellen. Wer oben zu viel riskiert, verliert unten den Rhythmus.

Damit die Strecke im Oktober überhaupt steht, hat Pistenchef Isi Grüner im Frühjahr 60.000 Kubikmeter Schnee eingelagert. Die Schneekontrolle hat den Hang freigegeben. Neu ist der Mann, der das Rennen leitet: Florian Scheiber übernimmt die Rennleitung in Sölden zum ersten Mal.

Am Samstag beginnt der erste Lauf um 10:00, der zweite um 13:00. Am Sonntag gelten dieselben Uhrzeiten, nur ist die Uhr in der Nacht davor auf Winterzeit zurückgestellt. Der Wecker bleibt gleich. Die Nacht ist eine Stunde länger.

Samstag: Scheib und die Verfolgerinnen

Julia Scheib kommt als Titelverteidigerin. Sie gewann 2025 in Sölden und am Ende des Winters die Riesenslalom-Kugel, mit fünf Siegen. Hinter ihr lagen in der Wertung Camille Rast und Sara Hector. Mikaela Shiffrin trainiert seit Mitte Oktober am Rettenbach, Alice Robinson hat sich in Neuseeland vorbereitet.

Wer fehlt, gehört genauso zur Vorschau. Lara Gut-Behrami, im Vorjahr Dritte in Sölden, hat im August ihre Karriere beendet. Federica Brignone und Sofia Goggia stehen nicht im italienischen Aufgebot, Gründe nennt der Verband nicht. Zurück ist dafür Marta Bassino. Sie brach sich vor einem Jahr im Training den Schienbeinkopf und verpasste den ganzen Winter.

Aus Österreich starten neben Scheib unter anderem Stephanie Brunner, Franziska Gritsch, Victoria Olivier und Ricarda Haaser, die nach einem Schienbeinbruch zurückkehrt. Lena Dürr hat ihre Vorbereitung zuerst auf den Riesenslalom gelegt, in Neuseeland trainierte sie mit Robinson. Sie will schon in Sölden in Form sein. Für die Schweiz fahren neben Rast auch Wendy Holdener und Corinne Suter.

Sonntag: Braathen gegen den Titelverteidiger

Bei den Herren hat sich die Rangordnung im letzten Winter verschoben. Lucas Pinheiro Braathen, der für Brasilien fährt, holte beim Finale in Hafjell die Riesenslalom-Kugel, die erste alpine Kugel für Brasilien. Marco Odermatt schied dort früh aus. In Sölden kommt er als Titelverteidiger: 2025 gewann er 0,24 Sekunden vor Marco Schwarz. Seine Vorbereitung begann später: Im August verletzte er sich im Athletiktraining an einem Muskel, Anfang Oktober galt das laut seiner Website als weitgehend ausgeheilt. Mitte Oktober trainierte er am Rettenbach, Braathen ebenfalls.

Loïc Meillard wurde beim Finale Zweiter hinter Braathen. Für ihn beginnt die Saison mit diesem Rennen, den Super-G lässt er im ersten Teil des Winters aus. Aus Österreich sind Stefan Brennsteiner, der ebenfalls seit Mitte Oktober am Rettenbach trainiert, und Marco Schwarz die ersten Kandidaten fürs Podest. Für Jakob Eisner ist der Sonntag das erste Weltcuprennen.

Deutschland setzt auf Fabian Gratz, der beim Finale in Hafjell zur Halbzeit Vierter war und Zehnter wurde. Er selbst sieht Sölden als Standortbestimmung und erwartet seine beste Form erst später im Winter. Das ist ehrlich und dämpft die Erwartung an den Auftakt.

Zuschauen in Sölden oder vor dem Fernseher

Das Zielstadion liegt am Rettenbachgletscher. An beiden Renntagen fahren Shuttlebusse ab etwa 7:45 von den Haltestellen Giggijoch, Sparkasse und Gaislachkogl hinauf. Parken ist von Freitag bis Sonntag auf den Flächen der Bergbahnen frei. Wer mit dem Zug anreist, fährt mit dem Weltcup-Ticket kostenlos im Bus ab Ötztal-Bahnhof. Auf dem Gelände zahlst du nur mit Karte, Smartphone oder Uhr.

Die Siegerehrung der Damen ist am Samstag ab 18:30 am Parkplatz der Giggijochbahn, die der Herren folgt am Sonntag direkt nach dem Rennen.

Im Fernsehen überträgt in Deutschland Das Erste ab 9:55, in Österreich ORF 1 beide Läufe, in der Schweiz SRF zwei ab 9:45.

Für einen eigenen Skitag ist das Rennwochenende nur bedingt gemacht. Der Rennhang gehört den Rennen, und Mitte Oktober lief der Skibetrieb nur auf der Tiefenbach-Seite. Wie du beides trotzdem verbindest, steht in unserem Beitrag Sölden im Oktober: Gletscher-Skitag und Weltcup-Auftakt.

Ab Freitag, 23. Oktober, 12:00 kannst du die Strecke selbst fahren: Die Slalom-Challenge Sölden ist aus dem Laserscan des Landes Tirol gebaut, nach dem Rennen fährst du gegen die Siegerzeit. Das ganze Skigebiet öffnet am 12. November, Pisten, Gletscher und Unterkünfte findest du unter Skifahren in Sölden. Das Podium steht ab Samstagnachmittag auf der Weltcup-Seite.

SF

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