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Lauberhorn: Die lange Abfahrt nach Wengen

Publikum im Zielraum der Lauberhornrennen in Wengen, dahinter die Rennstrecke am Hang und die Eiger-Nordwand
© Internationale Lauberhornrennen Wengen, Foto: Philipp Klemm

4,5 Kilometer, 1.028 Höhenmeter, 41 Grad am Hundschopf: die Lauberhornabfahrt nach Wengen und deine Plätze an der Strecke.

Am Lauberhorn gehört die Länge zum Charakter. Zwischen der offenen Schulter am Start und dem Ziel in Innerwengen liegen Gleitstücke, Sprünge und enge Durchfahrten. Du siehst eine Abfahrt, die immer wieder ihre Aufgabe verändert. Der Hundschopf ist ihr bekanntestes Bild. Er erklärt längst nicht alles.

Für einen Besuch hilft es, die Strecke als Weg durch die Landschaft zu lesen. Das Rennen berührt Felsen, Bahntrasse und Wald, bevor es unten ankommt. Dein Zuschauerweg folgt einer anderen Ordnung: Ticketbereich und Bahnverbindung bestimmen, welchen Teil du tatsächlich erreichst. Wir empfehlen, diese Entscheidung vor der Unterkunftssuche zu treffen.

Auch die Bahn ist Teil des Streckenbilds. An der Wasserstation kreuzen sich Rennkurs und Bahntrasse räumlich, während die Zuschauer für ihre Anreise andere Verbindungen brauchen. Halte diese beiden Karten auseinander. Eine Bahn im Hintergrund eines Rennfotos sagt dir noch nicht, an welcher Station du für genau diesen Blick aussteigen sollst.

Die lange Linie nach Innerwengen

  1. 01

    Start auf der Lauberhornschulter: 2.315 Meter.

  2. 02

    Streckenlänge laut Veranstalter: 4,5 Kilometer.

  3. 03

    Höhenunterschied laut Veranstalter: 1.028 Meter.

  4. 04

    Steilste Stelle am Hundschopf: 41 Grad.

Vom offenen Start zur engen Passage

Der Start liegt auf der Lauberhornschulter. Nach dem Russisprung gewinnt die Strecke im Traversenschuss an Tempo, bevor sich der Charakter am Hundschopf ändert. Im Felsdurchlass muss die Linie sehr genau passen. Dass die steilste Stelle hier in Grad angegeben ist, ist bei Vergleichen wichtig: Grad und Prozent bezeichnen verschiedene Größen.

Die offizielle Streckenbeschreibung erklärt auch die Entstehung des Russisprungs. Bernhard Russi ließ für Fernsehaufnahmen einen Sprung aufbauen; die Rennleitung übernahm ihn später in den Kurs. Solche Geschichten machen die Abfahrt greifbar. Ein heutiger Streckenname kann aus einer konkreten Entscheidung hervorgegangen sein und bleibt dann über viele Rennen erhalten.

Fürs Zuschauen empfehlen wir, vorab die Abfolge dieser Stellen anzusehen. Ein Platz am Hundschopf zeigt den Durchlass und die Bewegung über die Kante. Die lange Beschleunigung davor kannst du von dort nicht automatisch mitverfolgen. Die Bilder aus unterschiedlichen Kamerapositionen ergeben erst zusammen das vertraute Fernsehbild der Strecke.

Kernen-S, Wasserstation und der Weg ins Tal

Nach dem Hundschopf bleibt die Strecke abwechslungsreich. Das Kernen-S verlangt einen Wechsel der Richtung auf engem Raum. Die Wasserstation führt unter der Bahn hindurch. Sie ist ein gutes Beispiel dafür, wie stark diese Abfahrt an ihre Umgebung gebunden ist: Der Rennkurs nutzt einen vorhandenen Durchlass und muss seine Linie darauf ausrichten.

Der Veranstalter beschreibt bis zum Ziel weitere schnelle und technisch anspruchsvolle Abschnitte. Deshalb reicht es als Beobachtung nicht, nur auf Höchstgeschwindigkeit zu achten. Ein guter Ausgang aus einer Kurve kann auf dem folgenden Gleitstück lange nachwirken. Du erkennst den Zusammenhang am besten, wenn du die Einfahrt und Ausfahrt einer Passage bewusst vergleichst.

Das ist unsere Empfehlung für einen Besuch am Berg: Wähle eine erreichbare Stelle, deren Gelände dich interessiert, und bleib während mehrerer Fahrten bei derselben Beobachtung. Das ganze Rennen parallel auf einer Anzeige zu verfolgen, kann helfen. Eine angekündigte Videowand solltest du jedoch im Plan des konkreten Zuschauerbereichs prüfen.

Seit 1930 ein Rennen mit eigener Landschaft

Die Lauberhornrennen gehen auf Ernst Gertsch und das Jahr 1930 zurück. Seit dem ersten Weltcupjahr 1967 gehören sie zur Serie. Die geprüfte Ortsredaktion beschreibt diese Entwicklung als Teil der Geschichte Wengens. Der Ort ist dadurch mehr als ein Zielname im Kalender: Die Rennstrecke verbindet das Dorf mit dem Gelände oberhalb davon.

Die Abfahrt hat einen anderen Verlauf als der Slalom. Auch der Super-G darf nicht einfach mit derselben Startposition und derselben Linie gleichgesetzt werden. Wenn du Zahlen vergleichst, achte deshalb darauf, welche Disziplin gemeint ist. Die Angaben im Kennzahlenkasten beziehen sich auf die Abfahrt in der veröffentlichten Veranstalterbeschreibung.

Für uns liegt der besondere Reiz im Wechsel von Weite und Engstelle. Wer vor allem dicht aufeinanderfolgende Torwechsel sehen möchte, kann mit dem Slalom glücklicher werden. Die lange Abfahrt verlangt beim Zuschauen Geduld für die Teile, die außerhalb des eigenen Blickfelds liegen. Diesen Tausch solltest du bewusst wählen.

Innerwengen oder Wengernalp wählen

Der Veranstalter beschreibt für die Zielarena den Weg über Lauterbrunnen nach Wengen und von dort zu Fuß nach Innerwengen. Für Wengernalp und Girmschbiel nennt er einen anderen Zugang über Grindelwald Terminal, Eigergletscher und Kleine Scheidegg. Folge der Route für dein Ticket. Die beiden Besuche beginnen schon bei der Anreise unterschiedlich.

Das Startgelände verlangt laut Besucherinformationen Schneesportausrüstung und einen Skipass für die Lauberhorn-Sesselbahn. Für eine Gruppe mit Fußgängern ist das eine entscheidende Grenze. Vereinbart euren Treffpunkt so, dass alle ihn auf einem zulässigen Weg erreichen können. Ein gemeinsames Gruppenfoto am Start ist kein tragfähiger Plan, wenn ein Teil der Gruppe dort nicht hinkommt.

Die Gebietsseite Jungfrau-Region zeigt dir die Bergseiten für eigene Skitage. Der Rennort-Beitrag Wengen vergleicht die Basen im Tal und am Berg. Beginne die Unterkunftssuche mit einer Entscheidung: Soll der tägliche Weg zum Skieinstieg oder zum Zuschauerplatz kurz sein? Für einen Zielbesuch prüfst du den Fußweg ab Wengen, für einen Bergplatz zuerst die bestätigte Bahnroute.

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